5. November 2015

[Rezension] Die verbotene Zeit von Claire Winter




Die verbotene Zeit von Claire Winter

Genre: Roman

ISBN: 978-3-453291683

Verlag: Diana HC

Erscheinungsdatum: 14. April 2015

Hardcover, fester Einband, 576 Seiten







Von Claire Winters Romanen habe ich schon so viel gutes gehört Dass es sich hier um Geschichten handelt, die den Leser in seinen Bann ziehen und nach der letzten Seite des Buches nicht so schnell wieder loslassen. Und ich muss gestehen, dass das auf ihren Roman "Die verbotene Zeit" vollkommen zutrifft.

1975: Nach einem schweren Autounfall sind Carlas Erinnerungen wie ausgelöscht, und sie setzt alles daran, die verlorene Zeit zu rekonstruieren. Der Journalist David Grant behauptet, sie sei auf der Suche nach ihrer Schwester gewesen, die vor sechzehn Jahren spurlos an der Küste von Cornwall verschwand. Doch kann sie ihm vertrauen? Lügen ihre Eltern sie an? Die Wahrheit führt Carla weit zurück in die Vergangenheit, in das Berlin der Dreißigerjahre, zu einer ungewöhnlichen Freundschaft und einer verbotenen Liebe, aber auch einer schrecklichen Schuld ...
Berlin, 1922: Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft verbindet Edith und Dora von Kindheit an eine so enge und treue Freundschaft, als wären sie Schwestern. Dora ist die Tochter eines einfachen Hausmädchens, Edith die eines reichen Papierfabrikanten. Die beiden wachsen im schillernden Treiben der Großstadt heran, und ihre Verbundenheit bleibt ihnen auch als Erwachsene erhalten. Dora findet ihr Glück mit dem ehemaligen Sportler Paul Behringer, und Edith heiratet den Adeligen Maximilian von Stettenheim. Doch wahre Liebe begegnet Edith erst mit dem charismatischen Violinisten Jules Cohn. In den gefährlichen politischen Zeiten der Dreißigerjahre lässt Edith sich auf ein gewagtes Spiel ein, denn Jules ist Jude und im Widerstand aktiv. Dora bleibt der einzige Mensch, dem sie vertrauen kann. Und Edith wird schließlich gezwungen, die Freundin um etwas zu bitten, das ihrer aller Leben auf dramatische Weise für immer verändern wird... (Quelle: Klappentext)


Der angenehme Schreibstil von Claire Winter konnte mich vollkommen für sich einnehmen. Durch den angenehmen und flüssigen Stil flog ich beim Lesen von Seite zur Seite. Inhaltlich konnte mich aber die Erzählung rund um Edith und Dora mehr für sich einnehmen. Die tiefe Freundschaft der beiden Mädchen ist wirklich sehr berührend dargestellt. Inmitten der Ereignisse der beiden Weltkriege versuchen die beiden ihren eigenen Weg zu finden, verlieren sich dabei aber nie aus den Augen. Die Unterschiede der Protagonistinnen wurden von Winter ganz wunderbar herausgearbeitet. Und das ganze so, dass kein schwarz- weiß Denken aufgekommen ist. Meine Begeisterung, was die Hauptcharaktere dieses Erzählstramges angeht, gilt auch für die Nebenfiguren: Sehr stark skizziert und greifbar.
Im Gegensatz zu den Ereignissen in den 1920er bis 1940er Jahre, konnte mich die Geschichte rund um Carla nicht wirklich von sich einnehmen. Zuallererst war die Sache mit der Amnesie für mich bis zuletzt nicht ganz schlüssig und die Rekonstruktion des vergessenen halben Jahres dann doch zu einfach. Auch konnte ich zu Carla keine richtige Bindung aufbauen. Beim Lesen habe ich mich dann immer schon auf Dora und Edith gefreut.

Die beiden jungen Frauen und ihre Lebensgeschichte haben die Schwächen dieses Buches aber in jedem Fall wieder wett gemacht. Anhand dieser berührenden Freundschaft zeigt sie dem Leser ein beeindruckendes Bild der Vorkriegszeit ohne dabei kitschig zu werden: Die Angst, das Erstarken der Nationalsozialisten und die Bedrohung der Juden. Dies alles geschieht sehr emotional.
Was ich an dieser Stelle auch noch besonders erwähnen möchte ist die Tatsache, dass Claire Winter die Lebensgeschichten ihrer Protagonisten in diese Kulissen einbettet, die politischen Ereignisse aber keineswegs im Vordergrund stehen. Es handelt sich also nicht um ein "Schon wieder Weltkrieg"- Buch.
Für diesen mitreißenden Roman vergebe ich vier von fünf Schmetterlingen. Einen muss ich leider abziehen, da ich einen der beiden Handlungsstränge viel lieber gelesen habe:

An dieser Stelle auch ein ganz herzliches Dankeschön an den Diana Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars. Das Lesen und Rezensieren hat mir wie immer großen Spaß gemacht.

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